Auch alkoholfreier Wein kann hervorragend schmecken

Für viele Menschen ist es eine Grundsatzfrage. Die Mehrheit der Feinschmecker rümpft die Nase bei Wein in alkoholfrei. Ihnen fehlt das entscheidende Geschmacksmoment, das ursächlich im Verfahren der Gärung und Alkoholentwicklung begründet liegt. Nichtsdestotrotz ersannen Winzer schon früh Techniken, die versuchten, Wein alkoholfrei zu machen.

Ägypter und Römer experimentierten mit Erhitzung und hatten Erfolg. Ihr alkoholfreier Wein befriedigte das Vorhaben, aus gegorenem Rebensaft ein Getränk zu schaffen, das dem Weingeschmack näher war als dem des Traubensaftes. Durch den fast vollständigen Verlust des Aromas wurde das Produkt aber kaum nachgefragt und daher auch keine neuen Techniken entwickelt, die dieses Problem vielleicht abschwächen oder sogar lösen konnten. Das Nischendasein hält bis zum heutigen Tage an, obwohl vor allem eine neue Methode ermöglicht, dass alkoholfreier Wein sein Aroma stärker behält.

Erhitzung bleibt das Mittel der Wahl

Nach den unbefriedigenden Erfahrungen mit der einfachen Erhitzung, um Wein alkoholfrei werden zu lassen, wurde eine Technik aus der Fruchtsaftproduktion ausprobiert. Bei der so genannten Dünnschichtverdampfung erinnert alkoholfreier Wein ein wenig stärker an sein Ursprungsaroma, allerdings sorgt die notwendige Streckung mit Kohlensäure und Traubensaft für eine Verwässerung.

Das rein mechanische Verfahren, die Alkoholmoleküle mit einer Membrane auszufiltern, durch die der Wein gepresst wird, scheitert vor allem an den Streckflüssigkeiten. Über Stunden müssen destillierte Hilfsweine zugeführt werden und eine Geschmackstreue oder Stabilität des Aromas ist nicht erreichbar. Die heute meist angewendete Technik, um zu gewährleisten, dass alkoholfreier Wein geschmacklich an seinen Ursprung erinnert, ist die Vakuum-Methode. Durch den sehr niedrigen Verdampfungspunkt von Alkohol wird der Wein alkoholfrei. Die Prozedur geht schnell und eine Vielzahl von Aromastoffen bleibt erhalten.

Auto- und babyfreundlicher alkoholfreier Wein

Ein gutes Glas Wein zu trinken, ist oft eine Gewissensfrage oder kommt gar nicht in Frage. Autofahrer, Schwangere und Leute, die unter Medikamenteneinfluss stehen, wissen davon oft zu berichten. So ist es auf jeden Fall den Versuch wert, Wein alkoholfrei zu genießen. Nicht übersehen werden darf, dass ähnlich wie bei anderen alkoholfreien Getränken, ein Restalkoholgehalt bis zu 0,5 Prozent enthalten ist.

Wenn alkoholfreier Wein den Gaumen nicht befriedigt, ist das Ausweichen auf alkoholfreien Sekt eine Alternative. Hier wird dem alkoholfreien Wein ohne weitere Gärung Kohlensäure zugesetzt. Viele Weinliebhaber, für die alkoholfreier Wein keine trinkbare Alternative darstellt, können sich mit einem gelegentlichen “geistlosen” Sekt anfreunden. Durch die Kohlensäure gewinnt der Schaumwein eine Art Aroma-Ersatzträger, der dem Gaumen die Rebsorte wie zum Beispiel Chardonnay aufschlüsseln kann.

Wer Auswahl haben will, geht ins Internet

Alkoholfreier Wein ist im Sortiment großer Getränkeabteilungen und -märkte meist nur als Einzelposten zu finden. Wer sich an Rebsorten, Jahrgängen und Herkunft orientieren will, wird im Online-Versandhandel am ehesten fündig. Alkoholfreier Wein aus populären Rebsorten wie Chardonnay oder bekannten Anbaugebieten ist im Internet schnell zu finden. Die Anbieter führen meist auch alkoholfreie Schaumweine. Während Sekt durchschnittlich um ungefähr ein Drittel teurer ist als die alkoholisierten Geschwister, ist der Weinpreis, abgesehen von den Versandkosten, vergleichbar.

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