Qualitätssteigerung durch Chardonnay in Sekt & Champagner

Der König unter den alkoholischen Getränken wäre ohne die Rebsorte Chardonnay nie gekrönt worden. Alle bedeutenden Champagnersorten und -marken enthalten einen variablen Anteil. Von einem reinen Chardonnay-Champagner kann gesprochen werden, wenn er ausschließlich Chardonnay enthält und die Bezeichnung Blanc de Blancs trägt. Für den Champagner dürfen zwei weitere Rebsorten verwendet werden, der Pinot Noir und der Pinot Meunier.

Die Anbauflächen der drei erlaubten Traubenstöcke entsprechen im Größenverhältnis in etwa der Menge, wie sie auch in die Flaschen wandert. Die beiden Pinots teilen sich je knapp vierzig Prozent der Weinlagen und für den Chardonnay-Champagner bleiben knapp dreißig Prozent des kultivierten Bodens. Beim Sekt gibt es Sorten ohne Chardonnay bis hin zum puren Chardonnay-Sekt.

Wechselspiele in der Flasche

Bei der Herstellung wird der Sekt durch Flaschengärung erzeugt. Nach dem Keltern der vor der Hauptlese geernteten Trauben wird aus Grundweinen verschiedener Sorten ein Cuvée zusammengestellt. Aus dieser Mischung entsteht die generelle Geschmackstendenz, die aus verschiedenen oder auch den gleichen Rebsorten komponiert wird. Wie beim Chardonnay-Champagner ist der reine Chardonnay-Sekt als Blanc de Blancs gekennzeichnet.

Der Zwitter Crémant ist ein Sekt, der außerhalb der Champagne im Champagnerverfahren hergestellt wird, sich aber nicht so nennen darf. Auch den Crémant gibt es als Blanc de Blancs. Bei den Rebsorten für den Champagner müssen neben dem präzise definierten Anbaugebiet viele strenge Vorschriften zu Pflanzdichte, Ertragsbeschränkung und Details im Herstellungsverfahren befolgt werden. Die Mehrheit der Champagner wird in ihrer Assemblage, dem Cuvée beim Sekt vergleichbar, aus Dutzenden von Weinen zusammengestellt. So können beim Chardonnay-Champagner durchaus dreißig oder vierzig Weine dieser Rebsorte zusammen gemischt sein.

Die prickelnde Art des Chardonnay

Schaumweinen wie Chardonnay-Champagner und Chardonnay-Sekt wird eine geschmackliche Raffinesse zugesprochen, wie sie so bei anderen Traubensorten nicht anzutreffen ist. Die Pinots kümmern sich mehr um den Geschmackskörper und den Alkohol, so dass die beschwingende Eleganz und der individuelle Charakter als Aperitif dem Chardonnayanteil geschuldet ist. Gegenüber anderen Rebsorten haben der Chardonnay-Champagner und der Chardonnay-Sekt einen höheren Alkoholgehalt. Die Gärung des Grundweins erzeugt beim Chardonnay ein höheres Ausgangsniveau, das sich bei der Flaschengärung proportional erhöht.

Prestige und Markenname treibt den Preis

Hochwertige Schaumweine sind Prestigegetränke. Das gilt auch für Chardonnay-Champagner und Chardonnay-Sekt aus der Champagne. Während gute Sektsorten ab zehn Euro pro Flasche erhältlich sind, darf beim Champagner ab vierzig Euro mit der Zufriedenheit des Gaumens gerechnet werden. Wem das Renommee von Markennamen weniger wichtig ist als der Inhalt, bekommt mit einem marketingtechnisch “namenlosen” Produkt für das gleiche Geld bessere Qualität. Das gilt auch für Blanc de Blancs und den besonders trockenen oder herben Chardonnay Brut Sekt. Anspruchsvolle Genießer mit Markenbewusstsein beginnen ihre Auswahl erst ab achtzig bis hundert Euro pro Flasche.

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