Hohe Qualität der Rebsorte Chardonnay durch natürliche Kreuzung

Möglicherweise ist der Umstand der natürlichen Kreuzung die Ursache für die hohe Qualität der Rebsorte Chardonnay. Die Römer brachten die Rebsorte Gouais Blanc von ihren Eroberungsfeldzügen nach Frankreich mit. Die Franzosen entdeckten schnell, dass der Gouais Blanc unter einfachen Bedingungen ein sehr starkes Wachstum an den Tag legte, aber die Traube nur zu mittelmäßigen Weinen führt. Konsequent wurde sie gerodet, aber überlebte durch ihre Stärke manche Säuberung der Weinanbaugebiete.

Durch ihren Überlebenswillen brachte sie es auf ein paar Jahrhunderte nachbarschaftlichen Gemischtwuchses mit dem im Burgund und der südlichen Champagne beheimateten Spätburgunder oder Pinot. Genetische Untersuchungen belegen große Unterschiede zwischen dem Gouais Blanc und dem französischen Pinot. Durch die gegenseitige wilde Befruchtung entstanden Chardonnay-Reben, die ihre botanischen Eltern in Qualität, Ertrag und Widerstandsfähigkeit übertreffen.

Die kleine Chardonnay-Traube ganz groß

Die Chardonnay-Weintrauben sind klein bis mittelgroß und die grüngelben bis bernsteinfarbenen Beeren wachsen dicht beieinander, allerdings weniger kompakt als die Pinot-Beeren. Die genetischen Unterschiede der Rebsorte Chardonnay zum Elternteil Pinot sind gering und so kann die Chardonnay Weinrebe noch nicht die genaue Abstammungssorte zwischen Blanc, Gris oder Noir zugeordnet werden.

Geerbt hat die Rebsorte Chardonnay auf jeden Fall den mittelfrühen Austrieb und den frühen Zeitpunkt der Lese, der vor dem fast aller anderen Rebsorten liegt. Vor allem Weinanbaugebiete in gemäßigten Zonen können mit spätem Frost die Chardonnay-Traube als Wein gefährden. Trotz ihrer Genügsamkeit bringt die Chardonnay Rebsorte ihre besten Trauben hervor, wenn die Weinanbaugebiete weltweit über kalkhaltigen Boden verfügen.

Unter Winzern gilt Chardonnay als schwierige Rebsorte, da neben der Frostbedrohung der Erntezeitpunkt sehr genau getroffen werden muss. Gegen die meisten Krankheiten ist die Rebsorte verhältnismäßig unempfindlich – nur die Grauschimmelfäule stellt eine echte Bedrohung dar, die einem Vabanque-Spiel gleicht. Unreife Trauben werden zerstört, aber bei reifen Trauben kann der Befall zu einer Qualitätsteigerung führen.

Weinanbaugebiete weltweit wachsen

In der burgundischen Heimat der Rebsorte Chardonnay wachsen rund neunzig Prozent der Chardonnay-Bestände Frankreichs, die insgesamt knapp 44.000 Hektar ausmachen. Das Chardonnay-Weinbaugebiet von Puligny-Montrachet, Meursalt, Corton-Charlemagne und Chablis gilt als Heimat der berühmtesten Chardonnay-Weine. Die Weinanbaugebiete im Elsass, an der Loire und im Jura steigern allerdings beständig ihre Anbauflächen. Fast die Hälfte der französischen Weinanbaugebiete für Chardonnay liegt in der Champagne, wo die Grundweine für Schaumweine erzeugt werden.

Die weltweit größten Weinanbaugebiete liegen in den US-Bundesstaaten Kalifornien, Oregon und Washington, wo von rund 175.000 Hektar weltweiter Gesamtanbaufläche über 44.000 Hektar mit der Rebsorte Chardonnay bepflanzt sind. Australien baut Chardonnay auf über 35.000 Hektar an.

In Italien ist die Flächenerhebung schwierig, da viele Weinanbaugebiete gemischt bepflanzt sind und Sorten wie Pinot Bianco und Weißburgunder nicht als Chardonnay gezählt werden, obwohl sie es sind.

Neun weitere Länder bauen auf Flächen unter zehn Hektaren Chardonnay an, zu denen auch Deutschland gehört. Die über 1200 Hektar bringen in der Pfalz, Rheinhessen und Baden gut zwei Drittel des deutschen Gesamtanbaus hervor.

In Mitteleuropa wachsen Chardonnay-Trauben in der Schweiz, in Slowenien und in Österreich, wo sie Morillon genannt werden. Vereinzelte Lagen in Rumänien verfügen über ein Chardonnay-Weingut, die hervorragende Spätlesen mit Edelfäule hervorbringen. Argentinien, Chile, Südafrika und Neuseeland komplettieren die Liste.

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