Die Winzer-Ausbildung – Traumberuf oder harter Alltag?

Der Beruf des Winzers ist nicht selten etwas romantisch verklärt. Der Traum vom “eigenen Weinberg” mag da gelegentlich darüber hinwegtäuschen, dass der Winzerberuf viel Einsatz fordert. Was genau macht also ein Winzer, und wie sieht die Winzer-Ausbildung in Deutschland aus?

Ein Weinbauer pflegt und kultiviert die Weinreben, organisiert die Lesen, stellt den Rebensaft her und vermarktet sein Produkt. Die meisten Weinbauer sind nach ihrer Winzer-Ausbildung selbstständig in einem Familienbetrieb tätig. Zur Verbesserung des Absatzes haben sich in typischen Weinbaugebieten bereits viele Winzer zu Genossenschaften zusammengeschlossen.

Im deutschen Sprachraum sind regional für den Winzer auch noch die Bezeichnungen Weingärtner, Weinzierl, Weinhauer oder Weinbauer üblich.

Von der Maische bis zur Reifung

Bei der Herstellung von Wein erfolgt zuerst das Maischen, bei dem die Beeren händisch oder maschinell vom Stielgerüst der Traube getrennt werden. Danach werden die Beeren in einer Mühle zerdrückt, wodurch ein dickflüssiger Brei aus Fruchtfleisch, Schalen, Kernen und Saft entsteht. Im nächsten Durchgang ruht die Maische ein bis sechs Stunden, damit sich diverse Stoffe aus den Früchten lösen und in den Saft extrahieren können, was die spätere Struktur und Haltbarkeit des Weins beeinflusst. Danach wird die Maische ausgepresst, bei dem die Traubenrückstände, Trester genannt, vom süßen Saft getrennt werden. Diesen Vorgang nennt man keltern. Als Nächstes erfolgt die Schwefelung, wodurch der Most vor Oxidation und mikrobakteriellem Befall geschützt wird.

Anschließend findet durch Zusatz von Hefe eine bis zu acht Tagen dauernde Gärung in Metalltanks oder Fässern statt, im Verlauf derer der im Traubensaft enthaltene Zucker in Alkohol umgewandelt wird. Damit ist die Herstellung abgeschlossen, was im mitteleuropäischen Raum üblicherweise Ende Dezember der Fall ist. Der fertige Wein muss nun noch reifen und ruht daher die nächsten drei bis sechs Monate. Alle Schritte zur Weinzerstellung müssen von einem Weinbauern durchgeführt oder überwacht werden, und all diese Schritte sind auch Thema der Winzer-Ausbildung.

Der Ablauf der Winzer-Ausbildung

In Deutschland, wie auch in Österreich und der Schweiz, ist Winzer ein landwirtschaftlicher Beruf mit einer drei Jahre dauernden Winzer-Ausbildung. Diese kann in Deutschland beispielsweise an der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau in Weinsberg oder an der Forschungsanstalt in Geisenheim erfolgen. Nach der Ausbildung kann man nach den dafür üblichen Weiterbildungskriterien den Meister machen. Voraussetzung dafür ist die abgeschlossene dreijährige Winzer-Ausbildung sowie eine mindestens dreijährige Berufspraxis.

In Deutschland kann man auch Kellerwirtschaft (Önologie) oder Weinbau an der Hochschule Rhein Main studieren. Weiter besteht die Möglichkeit, in Neustadt an der Weinstraße in Rheinland Pfalz einen dualen Studiengang Önologie/Weinbau zu besuchen.

2 Gedanken zu “Die Winzer-Ausbildung – Traumberuf oder harter Alltag?

  1. Hallo Leute

    Ich heiße Wolf Berkemeier und Wohne in Cochem an der Mosel.
    Ich bin zwar 40 Jahre alt und arbeite zur zeit in der Weinkellerei in Kloster Ebernach. Der Grund warum ich Winzer werden möchte ist, dass es interessant ist was man macht. Ich finde es großartig wie hart die Arbeit ist und möchte gerne auch die Kenntnisse kennenlernen. Ich hoffe das es Hoffnung gibt. Wolf Berkemeier

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