Hat der Weinkorken ausgedient?

Kork ist ein Naturprodukt, und stammt vor allem aus den Mittelmeerregionen Europas, insbesondere Spanien und Portugal. Hier gibt es auch spezielle Verbände, wie den portugiesischen Korkverband. Kork wird aus der Rinde von Eichen hergestellt, einmal alle 7 bis 9 Jahre. Aufgrund dieser eingeschränkten Erntezeit und der Zunahme der weltweit produzierten Flaschenweine, ist es nach dem Gesetz von Angebot und Nachfrage leicht nachvollziehbar, dass der Preis von Kork weiter ansteigt, vor allem für Weinanbauländer, die Kork importieren müssen, wie zum Beispiel Neuseeland und Australien. Das Hauptargument für die Verwendung von Flaschenverschlüssen aus Kunststoff anstelle von normalen Weinkorken ist daher der günstige Preis. Dies ist auf die altbekannte kaufmännische Gesetz von Angebot und Nachfrage zurückzuführen.

Es muss nicht unbedint ein Korken sein

Doch es gibt noch weitere Vorteile für die Verwendung eines Flaschenverschlusses aus Kunststoff oder aus Glas: Durch einen Flaschenverschluss aus Kunststoff ist es ausgeschlossen, dass der Wein einen Korkgeschmack erhält. Für den Korkgeschmack, der den Wein ungenießbar macht, ist der normalerweise verwendete Weinkorken verantwortlich. Außerdem ist ein Flaschenverschluss aus Kunststoff meist leichter aus der Weinflasche zu entfernen. Er fällt nicht auseinander wie es bei einem natürliche Weinkorken gelegentlich vorkommt.

Dies sind einige der Vorteile der Verwendung von Kunststoffverschlusses für Weinflaschen statt den normalerweise verwendeten Weinkorken. Dieselben Argumente gelten auch für einen Flaschenverschluss aus Glas, bis auf den Punkt mit dem Preisvorteil. Flaschenverschlüsse aus Glas sind in der Herstellung überdurchschnittlich teuer und kommen nur für gehobene Weine jenseits der 50-Euro-Grenze in Frage. Für dieses Geld könnte man sich zum Beispiel auch ein neues Messer von edenwebshops.de kaufen.

Es gibt aber noch eine weitere Alternative: Den Schraubverschluss. Bei Schraubverschlüssen entsteht ebenfalls kein Korkgeschmack. Sie ermöglichen eine effektive Wiederverschließbarkeit und wurden ursprünglich bevorzugt bei jenen Weinen eingesetzt, die besonders anfällig dafür sind, den unerwünschten Korkgeschmack anzunehmen, wie etwa Riesling oder Sauvignon Blanc.

Mit Traditionen brechen

Aber auch wenn Weinflaschen mit Schraubverschluss wesentlich einfacher zu öffnen sind: Es profitieren insbesondere Rotweine von einem Weinkorken, da dieser in Bezug auf den Geschmack des Weines auch positive Auswirkungen hat.  Und es gibt natürlich noch weitere Argumente, bei Weinflaschen weiterhin natürliche Weinkorken als Verschluss zu verwenden. Beispielsweise ist ein solcher Weinkorken weitaus umweltfreundlicher als ein Flaschenverschluss aus Kunststoff. Das andere Argument, das Weinliebhaber für die Erhaltung des Naturkork gerne anführen: Der synthetische Korken verleiht einem Wein ein billiges Image. Für Traditionalisten ist ein Weinkorken weiterhin ein Muss; erhält ein Weinkenner jedoch einen bereits in ein Glas eingeschenkten Rebensaft, ist es ihm faktisch nicht möglich zu erkennen, welche Art von Verschluss bei der Weinflasche verwendet wurde. Aus diesem Grund und wegen der vielen anderen Vorteile werden sich Schraub- und Kunststoffverschlüsse wohl weiter auf dem Vormarsch befinden.