Der kleine Weinratgeber für echte Weinliebhaber

Für manchen Weinliebhaber ist die Beschäftigung mit seinem Lieblingsgetränk eine Wissenschaft. Romantischere Zeitgenossen verstehen den Umgang mit dem wohlschmeckenden Geist aus der Flasche als Philosophie. Auf jeden Fall hat die ernsthafte und intensive Beschäftigung damit dazu geführt, im Laufe der Geschichte eine unendliche Anzahl an Erfahrungswerten hervor zu bringen. Unzählige Weinratgeber sind veröffentlicht und von praktischen Techniken zu Lagerung und Servierarten bis hin zu philosophischen Betrachtungen des Bacchus bleibt nichts unerwähnt.

Eine überschaubare Menge an Information reicht als Basis aus, um einen eigenen inneren Wein-Ratgeber zu entwickeln. Wer die Grundlagerungstechniken kennt, kann schon beim Einkauf abschätzen, was er erwarten darf und wie er seinen Vorrat in der Qualität erhält oder gar verbessert. Einige wenige geschickte Handgriffe beim Vorbereiten und Servieren des Rebensaftes vervielfachen mitunter den späteren Genuss. Mit der Kenntnis über die notwendige “Atmung” des Weines, seiner optimalen Trinktemperatur und der vorteilhaftesten Form des Weinglases kann das Geschmackserlebnis des Gaumens vervollkommnet werden.

Fachchinesisch zwischen Fakt und Poesie

Jeder, der schon einmal eine Weinkritik oder -beschreibung gelesen hat, ist ob der blumigen Begriffe und kreativen Wortschöpfungen beeindruckt. Ein Weinratgeber führt durch diesen Wortdschungel und mit dem Rüstzeug von ungefähr zwanzig Wortbedeutungen ist schon die geschmackliche Beurteilung von Wein gut möglich.

Ein Wein-Ratgeber bereitet auch auf Verkostungen oder eine Weinprobe vor, in dem er erläutert, auf was bei welchem Vorgang zu achten ist. Der Laie weiß dann seine Beobachtungsgabe, seinen Geruchssinn und vor allem seinen Gaumen im richtigen Moment einzusetzen, um ein Urteil abgeben zu können. Nach einigen wenigen Weinproben weiß der Weinfreund, was der Önologe mit dem harten Bukett meint, das nicht zur fetten Textur passt und daher im Abgang zu wenig Nachhaltigkeit bietet.

Ein guter Wein-Ratgeber ist Geschmackssache

Der Abgang eines Weines bezeichnet die Dauer, die der Geschmack beim und nach dem Schlucken anhält. Beim Abfallen schmeckt der Gaumen nur im vorderen Bereich und eine aggressive Note reizt die Schleimhäute. Weinratgeber informieren über den Ausbau der Reben, womit die Aufbereitung des Weins vor der Abfüllung beschrieben wird. Das Aussehen von äußerem Erscheinungsbild und Farbe wird auch Kleid genannt und ein körperreicher Tropfen wie der Chardonnay kann Biss haben – er fühlt sich an, als könne der Trinker ihn beißen.

Das Bukett oder die Blume ist die Kombination aus Duft und Geschmack und beim Dekantieren wird der Wein durch ein Sieb in eine Karaffe umgefüllt. Fett meint ölig und feurig wirkt ein alkoholreicher Wein, der nicht müde macht. Ist im Wein-Ratgeber von gefälligem Geschmack die Rede, ist fruchtige Frische gemeint und beim geschmeidigen Tropfen spielt Säure im Gegensatz zum harten Wein keine dominierende Rolle.

Den laut Weinratgeber angegebenen Unterschied zwischen lebendigem und nervigem Geschmack zu erkennen, verlangt Konzentration. Beide meinen einen auf angenehme Art den Gaumen reizenden Säuregehalt. Fachbegriffe aus der Wissenschaft vom Weinanbau und der Weinerzeugung, der Önologie, sind im Wein-Ratgeber für Laien nicht zwingend, um trotzdem eine Geschmacksbeschreibung in verständlichen Worten zu formulieren. Ein Weinratgeber mit Glossar enthält viele selbsterklärende Begrifflichkeiten, die den Plausch bei der Weinprobe spannend gestalten: aromatisch, bitter, dick, dünn, duftig, frisch, gefällig, harmonisch, krautig, kurz, lieblich, rau, sauer, trocken oder vollmundig.

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