Die richtige Weinlagerung kann den Geschmack bedeutend verfeinern

In feuchten und dunklen Gewölbekellern tief unter der Erde gruseln sich die meisten Menschen – für das Wein Lagern bieten sie paradiesische Voraussetzungen. Auf Weingütern werden zur Weinlagerung die Fässer in gemauerten, meist alten Kellern ohne betonierten Boden aufgestellt. Dadurch ist die natürliche Feuchtigkeit gegeben, die die Wein-Haltbarkeit erhöht.

Auch bei der Weinlagerung in der Flasche spielt die Luftfeuchtigkeit eine große Rolle. Im Zusammenspiel mit Temperatur, Dunkelheit und Ruhe reifen manche Tropfen zu Spitzenqualität und Weinhaltbarkeit und Geschmack verbinden sich zu einer perfekten Einheit.

Alt ist nicht immer gleich gut

Wer sich für die Weinlagerung im Keller entscheidet, sollte die Lagerung als stetig fortschreitenden Prozess verstehen. Die kürzeste Lagerungsdauer hat die Mehrzahl der Weißweine, von denen nur wenige länger als fünf Jahre haltbar sind. Die Haltbarkeit von Roséwein reicht einige Jahre länger. Lange Lagerzeiten, die bis zu mehreren Jahrzehnten reichen, sind bei vielen Rotweinen üblich.

Je säurereicher, dunkler, kräftiger oder süßer ein Wein ist, desto erfolgversprechender ist die vorteilhafte Weiterentwicklung des Flascheninhalts. Bei den Rotweinen sind beispielsweise die Rebsorten Cabernet Sauvignon, Syrah und Nebbiolo sehr vielversprechend und bei den weißen Reben können hochwertige Rieslinge und der Chardonnay bei der richtigen Weinlagerung zulegen.

Wein lagern in Perfektion – In der Ruhe liegt die Kraft

Vibration und jede Art von Bewegung wirken sich nachteilig auf den Reifeprozess aus. Die Weinlagerung im Kühlschrank ist daher nicht empfehlenswert. Wenn der Wein richtig lagern soll, ist außer dem ruhigen, dunklen und feuchten Keller ein spezieller Weintemperierschrank die beste Möglichkeit. Der Schrank hat eine Temperatur, die stabil bleibt, und der laufruhige Spezialschrank kühlt ohne Erschütterung. Normale Keller in Neubauten sind meist zu trocken und selbst vermeintliche Kleinigkeiten, wie zum Beispiel das häufige Anschalten einer Beleuchtung, stören die Ruhe.

Beim Wein lagern sollten die Flaschen liegen, günstigstenfalls mit leichter Neigung zum Flaschenboden hin, um das Depot absinken zu lassen. Eine Luftfeuchtigkeit von 60 bis 80 Prozent verhindert, dass bei der Weinlagerung der Korken austrocknet, porös wird oder schrumpft.

Einen ähnlichen Effekt haben starke Temperaturschwankungen. Ist die Weinlagerung zu warm, dehnt sich der Korken aus und bei zu starker Kälte zieht er sich zusammen, so dass die Flasche undicht wird. Die Lagerung ist deshalb nur im passenden Keller oder im Weintemperierschrank empfehlenswert.

Probieren geht über studieren

Bei der Auswahl der Flaschen, die gelagert werden sollen, ist der eigene Geschmack erstes Kriterium. Nur Jahrgangsweine sind sortenrein und beim günstigen Angebot vom Discounter um die Ecke lohnt sich in den meisten Fällen der Aufwand nicht. Beim Wein lagern können als Richtwert Flaschen ab einem Einzelpreis von zehn Euro mit einer Weiterentwicklung rechnen.

Bei der Verkostung vor der Weinlagerung sollte der Gaumen vor allem auf den Säuregehalt des Weins achten oder dessen Süße. Beide deuten auf eine gute Lagerfähigkeit und Haltbarkeit hin. Ein weiterer wichtiger Indikator sind die Gerbstoffe, die beim Probieren das Gefühl hervorrufen, dass sich im Mund alles zusammenzieht. Je stärker dieser Effekt hervortritt, desto lagerfähiger ist der Wein.

Die Weinhaltbarkeit der angebrochenen Flasche beträgt selten mehr als 24 Stunden und für diesen Zeitraum kann die Weinlagerung stehend sein – am besten kühl, aber nicht im Kühlschrank.

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