Bei der Weinprobe den Geschmack in vollen Zügen genießen

Der Charakter einer Weinprobe, auch Weinverkostung oder Degustation genannt, reicht von einem geselligen Beisammensein im Kreise privater Weinfreunde über die Präsentation eines Kellermeisters im Weingut bis zu Zusammenkünften von Fachhändlern, Sommeliers und Gastronomen. Jede Art der Weinprobe folgt einigen Grundregeln, die ein Höchstmaß an Objektivität und Beurteilungsfähigkeit erlauben.

Ein guter Schluck unter Freunden

Im Prinzip lernt jeder Weinfreund, der eine private Weinverkostung organisiert, schon alle wichtigen Schritte und den Ablauf einer Weinprobe kennen. Die Auswahl des richtigen Platzes sollte mehrere Faktoren berücksichtigen. In einem hellen Zimmer oder am Tisch unter freiem Himmel hat das Auge bei Tageslicht den besten Blick auf die späteren Tropfen.

Da die Nase zu ihrem Recht kommen muss, sollte ein Zimmer gut gelüftet oder im Garten die Weinverkostung nicht neben einer frisch blühenden und geruchsintensiven Pflanze platziert sein. Zu starker Wind ist ein weiterer Störfaktor für den Geruchssinn. Schon bei der Einladung sollten die Teilnehmer gebeten werden, wenig starkes Parfüm oder After Shave aufzulegen und nur draußen und ein wenig abseits zu rauchen. Um dem Auge die Beurteilung des Rebensaftes zu erleichtern, empfehlen sich weiße Tischdecken.

Das richtige Glas für die Weinverkostung

Neben den Weinen selbst sind die passenden Weingläser bei der Weinverkostung das wichtigste Handwerkszeug. Sie müssen zu den gewählten Rebsorten passen und in ausreichender Zahl verfügbar sein. Sollte zwischen den Weinproben das Spülen notwendig sein – jeder Gast erhält für jeden Wein ein neues Glas – muss darauf geachtet werden, dass die Gläser nicht erwärmt werden.

Um jegliche Fusselrückstände von Handtüchern auszuschließen, ist das Polieren vor dem Wiedereinsatz dringend erforderlich. Sinn macht die Anschaffung von mehreren Sätzen spezieller Weinprobiergläser in Ballon-Form, die von Gastronomen gerne genutzt werden. Professionelle Verkoster schwören auch auf die Weinprobiergläser Inao, die für weiße und rote Rebsorten optimiert wurden.

Auswahl nach Rebsorte, Anbaugebiet oder Thema

Die Auswahl der Weine zur Weinprobe sind eine Frage von Geschmack und Kreativität. Fünf bis sechs Weine sind eine gute Basismenge und mehr als zwölf Weine sollten es nicht werden, da der Gaumen und die Geschmacksknospen sonst überlastet werden. Um den Sinnen die bestmögliche Beurteilungsfähigkeit zu ermöglichen, sollte der leichteste Wein zuerst geöffnet werden.

Als weitere Faustregel gilt, das junge vor alten und trockene vor lieblichen Tropfen die Weinverkostung ergiebiger gestalten. Bei einer Chardonnay-Weinprobe können zum Beispiel die verschiedenen Reifegrade von jung nach alt probiert werden, um sich ein Bild von der Weiterentwicklung und Veränderung einer einzelnen Rebsorte zu machen. Um den Geschmack zu neutralisieren wird ausreichend stilles Mineralwasser und einfaches Weißbrot gereicht.

Ganz nach persönlichem Gusto

Bei einer öffentlichen Weinverkostung ähnelt der Ablauf und die Vorgehensweise der privat organisierten Weinprobe. Wer auf einem Weingut eine Führung mit anschließender Weinverkostung erlebt, kann sich oft im Probierzimmer eine Auswahl zusammenstellen. Fassweinproben erlauben Geschmackserlebnisse schon während des Gärungsprozesses und sind vor allem bei Fachhändlern und Gastronomen verbreitet.

Eine andere Art der Weinprobe wird vom Einzelhandel oder auf Messen angeboten. Für einen pauschalen Eintrittspreis oder nach angebrochenen Flaschen berechnet, riechen und trinken sich durchschnittlich 10 bis 15 Weinfreunde durch das Angebot. Besonders gerne wird die Weinverkostung in Kombination mit einer Weinbergwanderung wahrgenommen.

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